Texte 2

Soon Yi und die Neunziger



Nach "Crimes and Misdemeanors" findet Allen allmählich zu einem neuen Stil. An die Stelle seiner schwarzseherischen Tragikomödien treten nun andere, die wieder leichter und beschwingter anmuten. In Filmen wie "Alice" hat er zwar, nach der Meinung vieler Kritiker, Schwierigkeiten, zu einem überzeugenden Ende zu kommen, aber diese neueren Filme stehen dennoch für eine, im Gegensatz zu den frühen Komödien, dramatisch fundierte Entwicklung, mit einem, im Gegensatz zu den Achtziger-Filmen, positiven Grundtenor (siehe "Bullets Over Broadway").

Allerdings gibt es im August 1992 eine Entwicklung im Privatleben des Stars, die alle Welt seine Filme mit Argusaugen beobachten läßt. Nachdem seine langjährige Lebensgefährtin und Hauptdarstellerin Mia Farrow ein Verhältnis zwischen ihrer Adoptivtochter Soon Yi und Allen ent- und aufdeckte fiel es schwer, seine nachfolgenden Filme ohne die ausführliche Schlammschlacht im Hinterkopf zu sehen. In deren Verlauf behauptete Mia Farrow, Woody Allen habe seine siebenjährige Tochter Dylan geschändet, und er seinerseits beschuldigte Mia Farrow, sie habe geplant, ihm die Augen auszustechen, so wie Ödipus, nachdem er Inzest begangen hatte. Fatalerweise kam nur kurze Zeit später "Husbands and Wives" in die Kinos, ein bedrückend realistischer Film über eine Krise eines langjährigen Paares, mit den beiden Hauptakteuren des Presseskandals in den Titelrollen.

Im Anschluß war Allen selbst fürs erste nicht mehr auf der Leinwand zu sehen. Seine nächste Hauptrolle kam erst drei Jahre später, in Mighty Aphrodite". Natürlich wurde viel spekuliert über Zusammenhänge zwischen den Figuren und realen Personen, zwischen Szenen und realen Geschehnissen, aber das alles kann immer nur Spekulation sein und bleiben. Die Wahrheit kennen wohl nur Woody Allen und Mia Farrow. Und das ist vielleicht besser so.

Heute, sieben Jahre später, hat Allen die ganze Angelegenheit sehr gut überstanden. Seine Filme spalten zwar nach wie vor das Publikum in den Teil, der ihn "jetzt überhaupt nicht mehr witzig" findet, und denen, die das Gegenteil für richtig halten, doch das liegt wohl in der Natur der Sache. Nicht umsonst ist Allen der Hollywood-Regisseur mit der größten künstlerischen Freiheit. Er kann seine Inhalte viel freier weiterentwickeln als beispielsweise Coppola oder Scorcese. Mit "Everyone Says: I Love You" hat er sich gleich drei Jugendträume erfüllt (Ein Musical zu machen, in Venedig zu drehen und einmal wie Groucho Marx auszusehen). Und er hat Erfolg damit. Weltstars wie Julia Roberts, Kenneth Branagh, Robin Williams oder Leonardo Di Caprio stehen Schlange, um für eine mickrige Gage im neuen Woody Allen dabei zu sein.




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Was Sie schon immer über Adoption wissen wollten

Die Informationen basieren auf einem Interview mit Herrn Barnickel, Stadt Coburg - Jugendamt

In der Stadt Coburg gibt es alle drei Jahre circa eine Adoption. Zum Zeit punkt der Adoption ist das Kind meist ein Neugeborenes oder ein Säugling höchstens bis zu einem Jahr alt.

Die Anzahl der in Deutschland zur Adoption stehenden Kleinkinder ist sehr gering. Eine Freigabe von älteren Kindern, ist möglich, kommt aber in der Bundesrepublik so gut wie nie vor, da stets Eltern, Verwandte, An gehörige, Paten mit in die Verantwortung eingebunden sind, selbst wenn das Kind in einem Heim lebt. Soziale Stützungssysteme werden in diesem Fall angeboten und in Anspruch genommen, damit das Kind gut versorgt ist, eine Freigabe erfolgt in der Regel nicht.

Der Trend geht hin zu Pflegefamilien als Alternative und Ergänzung zur Heimunterbringung.

Der Hauptgrund, einen Säugling an Kindes statt anzunehmen, ist Unfrucht barkeit eines oder beider der zukünftigen Adoptionselternteile. Bevor der Gang zum Jugendamt in Erwägung gezogen wird, sind meist andere Möglichkeiten, ein Kind zu bekommen, wie künstliche Befruchtung, fehlgeschlagen. Manchmal wurden schon jahrzehntelang Alternativen zur Kin derlosigkeit versucht, bis eine Adoption erwogen wird. Die zukünftigen Eltern eines fremden Kindes haben sich der Erfahrung nach gut vorbereitet, bzw. in entsprechende Fachliteratur eingelesen, stehen unter guter psychologischer Betreuung, sind mit dem Themengebiet vertraut und wissen über die rechtlichen Belange sehr gut Bescheid. In diesem Zusammenhang wird in letzter Zeit häufig das Internet als Quelle genannt, aus dem Informationen ausführlich bezogen werden können. Es ist weniger Verzweiflung, mehr der starke innere Drang seinem Leben einen Sinn, eine Bereicherung der Beziehung in Form eines Kindes, zu geben.

Freigaben von Kindern erfolgen hauptsächlich nach ungewollten Schwangerschaften, wobei kriminalistische Aspekte in Coburg nicht bekannt sind. Es sind oft altersbedingte oder wirtschaftliche Gründe, die bei einer solchen Entscheidung im Vordergrund stehen, wobei die finanziellen überwiegen. Die Mutter ist noch in der Ausbildung, eine Versorgung des Kindes kann nicht gewährleistet werden, man hat schon viele Kinder oder die Wohnraumsituation ist nicht ausreichend, um (noch) ein Kind großzuziehen. Oft kommen mehrere dieser Aspekte zusammen, die letztlich zu einer Freigabe führen. Prostitution oder Drogenkonsum sind in diesem Zusammenhang nicht dominant, da meist, gerade bei Prostituierten, die Mutterpflichten sehr ernst und Muttergefühle als wichtig und bereichernd wahrgenommen werden.

Zwischen den leiblichen und den Adoptiveltern gibt es in der Regel keinen Kontakt. Man spricht in Deutschland von einer "Inkognito- Adoption", wobei die Adoptiveltern zwar über das Umfeld, aus dem das Kind stammt, informiert, Namen aber nicht genannt werden. Drogenkonsum, Krankheiten in der Familie des Kindes, o.ä. werden ihnen mitgeteilt, um eine umfassende Information zu gewährleisten und spätere Komplikationen möglichst auszuschließen.

Es gibt auch den Begriff der "offenen Adoption", der aber rein rechtlich nicht ganz abgesichert ist: Alle Beteiligten lernen sich kennen und halten auch später Kontakt zueinander. Eine Adoption mit Bedingungen, die man daraus eventuell ableiten könnte, ist rechtlich nicht zulässig, zum Schutz aller Beteiligten. Es wird geraten von Anfang an, dem Kind gegenüber offen mit der Tatsache, das es adoptiert ist, umzugehen und nichts zu verheimlichen. So kann das Kind in und mit der Situation aufwachsen.

Mit 16 Jahren hat das Kind das Recht, in das Personenstandsregister Einblick zu nehmen, da es ab diesem Alter (mit Zustimmung der Eltern) heiraten könnte. In der Geburtsurkunde sind die Adoptiveltern angegeben, in der Abstammungsurkunde die leiblichen. Als rechtlicher Hintergrund ist dies unter dem Aspekt des Verbotes der Ehe von Verwandten zu sehen. Der Jugendliche kann dann von sich aus Kontakt zu seinen leiblichen Eltern aufnehmen, da ihm nun die Personalien bekannt sind. Eine Mitwirkung/Betreuung von amtlicher Seite wird in diesem Fall empfohlen, bzw. angeboten, da auch die leiblichen Eltern in der Zwischenzeit einen eigenen, anderen Weg haben und man nicht weiß, in welche Situation eingebrochen wird und was dadurch zerstört werden könnte. Es könnte beispielsweise einen Lebenspartner geben, der nicht darüber informiert ist. So könnten dann Welten zusammenbrechen. Zu verhindern ist die Kontaktaufnahme an dieser Stelle jedoch nicht mehr.

Eine Heirat zwischen Adoptivelternteilen und dem Adoptivkind, wie Woody Allen es in Amerika mit seiner Tochter Soon Yi getan hat, wäre in Deutschland nicht möglich. Sobald die Adoption statt gefunden hätte, wären die Adoptiveltern den leiblichen Eltern gleichgestellt, mit allen Rechten und Pflichten.

-Das Interview wurde geführt von Timo Knauer mit Herrn Barnickel am 12.05.1999 -




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