"Tropfen auf heiße Steine" von Rainer Werner Fassbinder



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Besetzung



Uraufführung: 27. Mai 1985, Münchener TheaterFestival

Regie: Peter Molitor
Bühne: Thorsten Köhler
Dramaturgie: Sven Ruppert
Kostüme: Anna Rudi

Leopold: Thorsten Köhler
Franz: Sven Ruppert
Anna: Britta Claus
Vera: Pia Leonhardt

Regie-Assistenz: Kerstin Kroner
Inspizienz: Delia Schult
Dramaturgie: Sven Ruppert

Premiere: 19. April 1998

Anfang: 20.00 Uhr
Eine Pause
Ende ca. 21.30 Uhr

Musik: the High Llamas und Gerog Friedrich Händel

Technische Leitung: Norbert Ernst - Beleuchtung: Hansjörk Schmidt - Requisite: Klaus Sauerteig - Maske: Elvira Fischer - Ausstattungsleitung: Andreas Rank - Leiterin der Kostümabteilung: Gertrud Radl - Kostüm-Assistenz: Karin Huber - Gewandmeister/in: Lienhard Oppel / Anna Rudi Herstellung der Dekoration in den eigenen Werkstätten

Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt


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Texte zum Stück






Zitate




Ich habe einen Traum, und Schwule und Lesben sind ein Teil davon.
-Bill Clinton, US-Präsident-

Wer sich homosexuell verhält, wird das Reich Gottes nicht betreten.
-Papst Johannes Paul II.-

Der Papst braucht einen hintenrein.
-Jean-Paul Gaultier, Modeschöpfer-

Es ist wie es ist! Schwul oder hetero. Gleichgültig, wo du ihn reintust, solange man ihn überhaupt irgendwo reinsteckt. Hauptsache den Menschen geht es dabei gut.
-Divine, Show-Größe-

Wenn ich über steuer- und erbrechtliche Anerkennung von homosexuellen Paaren diskutiere, dann kann ich gleich über Teufelsanbetung diskutieren.
-Edmund Stoiber, CSU, bayerischer Ministerpräsident-

Diebstahl, Verrat, Homosexualität, drei Tugenden, die ich als theologisch einsetze.
-Jean Genet, Schriftsteller-

Homosexuelle sind krankhaft und contra naturam, und somit dem Randbereich der Entartung zuzuordnen. Dieser Rand muß ausgedünnt werden.
-Johann Baptist Zehetmaier, CSU, bayerischer Kultusminister-

Meine Eltern knabbern noch daran, daß ich schwul bin. Aber jetzt lassen sie meinen Freund immer ausdrücklich grüßen, wenn ich mit ihnen telefoniere. Neulich, beim Geburtstag, hat mein Alter meinen Micha geküßt. Da dacht’ ich, Mensch, was für ‘ne Arbeit.
-Rio Reiser, Musiker-

In den Augen des Herrn ist Homosexualität eine Abscheulichkeit.
-Ronald Reagan, Ex-US-Präsident-

Also wissen Se, solang der mich nit anpackt, isset mir ejal.
-Konrad Adenauer, CDU, Ex-Bundeskanzler, auf die Frage, ob sein Außenminister Heinrich von Brentano schwul sei-

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Schwule Fußball spielen können.
-Paul Steiner, Ex-Nationalspieler-

Die Lesben und Schwulen hatten noch nie die Möglichkeit, frei und selbstbewußt zwischen verschiedenen Lebensformen zu wählen. Ihre bisherigen Lebensformen sind durchweg nur das Ergebnis schwieriger Kompromisse zwischen dem eigenen Selbstbewußtsein und der notwendigen Rücksichtnahme auf gesellschaftliche Zwänge. Glaubwürdige lesbische und schwule Lebensformen werden sich um so eher herausbilden, je differenzierter die rechtlich abgesicherten Lebensmöglichkeiten und Freiräume sind.

-Manfred Bruns, Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof-


Denen geht’s doch nur um Sex, schmutzigen Sex. Denn die Natur hat nicht gewollt, daß es zwei Männer miteinander treiben. Das ist doch Unfug.
-Mel Gibson, Filmschauspieler und -Regisseur-

Es gibt zwei Arten von Männern, solche die wissen, daß sie schwul sind, und solche, die es nicht wissen.
-Klaus Mann, Schriftsteller-

Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.
-die Bibel, 3. Mose 20.13-

Jeder gute Parodist ist schwul. Und ich gehöre zu den guten.
-Stephan Wald, Kabarettist-

Ich halte Homosexuelle für abnorm und eine Schande für die Menschheit.
-Gloria Gaynor, Disko-Queen-

Homosexualität ist eine natürliche Erbanlage und von der Natur aus dazu bestimmt, es einer kleinen Anzahl von Männern zu ermöglichen, sich völlig unbeeinflußt von persönlichen Interessen ganz der kulturellen Entwicklung und dem Dienst an der Gemeinschaft zu widmen.
-Michael Kühnen, Ex-Neonazi-Führer-

Die Homosexualität hat das alte Griechenland zugrunde gerichtet. Ihre ansteckende Wirkung erstreckt sich mit der Sicherheit eines Naturgesetztes auf die besten und männlichsten Charaktere, wenn sie einmal grassiert. Sie schaltet gerade diejenigen von der Fortpflanzung aus, auf deren Nachkommen ein Volk angewisen ist. Die unmittelbare Folge des Lasters aber ist, daß die widernatürliche Passion alsbald in den Staatsgeschäften dominiert, wenn man sie walten läßt.
-Adolf Hitler, Ex-Diktator-




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Skurril

5 Forschungsergebnisse

1. Milch und Fleisch von gemästeten Rindern können das Liebesleben von Menschen beeinflussen. Das vermutet im November 1970 Dr. John Loraine, Leiter einer staatlich finanzierten medizinischen Forschungsgruppe im schottischen Edinburgh. Die Tiere werden u.a. mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen gemästet. "Das Fleisch und die Milch solcher Tiere kann möglicherweise zu Homosexualität führen, besonders wenn sie in großen Mengen in gefährdeten Entwicklungsphasen wie der frühen Kindheit und der Pubertät genossen werden", sagt Lorraine in einem Interview.

2. Nach einer Studie einer türkischen Universität von 1979 sollen Mäuse, die in Versuchen ständig lauter Disco-Musik ausgesetzt wurden, homosexuell geworden sein. Weiter wollen die Forscher beobachtet haben, daß ein beständig hoher Lärmpegel nicht nur die Homosexualität bei Mäusen verursacht, sondern bei Schweinen auch zu Taubheit führt.

3. Nach seinen Studien in Entziehungseinrichtungen für Drogenabhängige will der Drogenbeauftragte von US-Präsident Reagan, Carlton Turner, 1986 herausgefunden haben, daß andauernder Marihuana-Konsum zur Homosexualität führt. Demzufolge sollen rund 40 Prozent der befragten jugendlichen Drogenabhängigen unter 18 Jahren sich "anfällig" für homosexuelles Verhalten gezeigt haben.

4. Britische Ärzte berichten 1981 von einem 32jährigen verheirateten Mann, der sich nach seiner Sterilisation ausschließlich homosexuell verhalten soll. Nach eigenem Bekunden will der Mann vorher nie homosexuelle Kontakte gehabt haben.

5. Stanley Coren, Professor an der kanadischen British Columbia University, erforscht seit mehr als 30 Jahren das Leben von Linkshändern. In seinen 1992 veröffentlichten Untersuchungsergebnissen stellt er dar, daß Linkshänder häufig homosexuell seien und Drogen nehmen. Außerdem: "Linkshänder sterben vor der Zeit, wegen ihrer krankhaften Neigung zu Depressionen, Alkoholismus und Epilepsie", so der Forscher.




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Hymnen

8 schwule Weihnachtslieder für das ganze Jahr / von Elmar Kraushaar



1. I am what I am: Gloria Gaynor
2. I will survive: Gloria Gaynor
3. First be a woman: Gloria Gaynor
4. It’s raining men: The Weather Girls
5. Er gehört zu mir: Marianne Rosenberg
6. Non, je ne regrette rien: Edith Piaf
7. Kann denn Liebe Sünde sein?: Zahrah Leander
8. This is my life: Shirley Bassey



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Jargon

Leseproben aus dem Wörterbuch der Gay Community

Arschbetrüger - Heterosexueller, der vorgibt, schwul zu sein.
Arschfotze - geile Bezeichnung für den Anus.
Beidseitig bespielbar - hat Sex mit Männern und Frauen - ist bi.
Camp - stilbildend, exaltiert, total überzogen, primadonnenhaft.
Cruising - Abgrasen der besten Plätze für Anmache und schnellen Sex.
Dorian-graying - wenn Altern zum Alptraum wird und der Spiegel zum Feind.
Gabi - neutrales Wort für "Frau".
Glory hole - Loch in der WC-Trennwand, durch das sich der Schwanz zum zärtlichen Nachbarn stecken läßt.
Heti, der / Heti, die - Bezeichnung für den/die heterosexuelle/n
Mitmenschen, ähnlich: stino für stinknormal.
Hüftengold - Speckbildendes wie Törtchen oder Nüßchen.
Jack-off-Party - Mann erscheint nackt. Anfassen erwünscht, tabu: Austausch von Körperflüssigkeiten.
Klappe - öffentliche Toilette mit Gelegenheit zum anonymen Sex.
Mädels - schwule Anrede für das Freundes-Kollektiv.
Puppenjunge - Vor allem in den zwanziger Jahren gebräuchliche Bezeichnung für männliche Prostituierte, Strichjungen
Quarktasche - Schimpfwort für Frauen.
Queen - Tunte.
Queer - verrückt, schräg, schrill, schwul.
Sahneschnitten - Traumtypen wie Keanu Reeves oder Brad Pitt.
Schwester - der/die Gleichgepolte, Aktivist der schwulen Bewegung.
Sprungbrett/Sprungbrett- beziehung - Erste Beziehung eines jungen Schwulen in der Coming-out-Phase zu einem älteren, erfahrenen Homosexuellen.
Tunte - "Huuuch!" - verkörpert mit exaltiert- femininer Gespreiztheit das Klischee vom "weibischen" Schwulen; in der Szene- Hierarchie in den Augen vieler das verachtete Schlußlicht.
Tuntenaquarium - von Schwulen bevorzugt besuchtes Hallenbad.
Tuntenbarock - Plüsch und rotes Licht, Trotteln und Fransen, Blumen überall und mittendrin eine David- Statue: So sah es aus in den Schwulenkneipen der fünfziger und sechziger Jahre, und wenn man Glück hat, findet man das heutzutage immer noch.


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Zeitung

2 Meldungen


1. Werden Männer homosexuell, weil sie in einem vorherigen Leben eine Frau waren, dann aber als Mann wiedergeboren wurden? Auf einer Konferenz der englischen Buddhisten-Gesellschaft diskutierten Experten jetzt diese Theorie, die auch lesbische Liebe erklären soll. Geislinger Zeitung, 5. Mai 1983

2. Für eine zoologische Sensation hat im Osnabrücker Tierpark ein männliches Storchenpaar gesorgt: Die beiden in einer gleichgeschlechtlichen Gemeinschaft lebenden Männchen brüteten ein Pinguin-Ei erfolgreich aus. Der kleine Humboldtpinguin "Pingu" mit den ungewöhnlichen "Pflegeeltern" ist mittlerweile drei Wochen alt und wohlauf. Frankfurter Rundschau, 27. Juni 1995 Schwule Stämme


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Rituale der Subkultur / Von René Habermacher und Karl Schröder



Exaltierte Tunten
Wer sie sind: Snobs à la "Ich bin der Käse - nur die anderen stinken"; was wäre die Welt ohne mich.
Accessoires: alles, was teuer, edel, exklusiv ist - und "No brown shoes after six!" Sex-Präferenz: Solide Handarbeit und küssen, damit er endlich mal den Mund hält.

Lederkerle
Wer sie sind: Träger schwarzgegerbter Tierhäute; harte Schale, weicher Kern. Accessoires: Schirmmütze, Schnauzer, Uniform, Lederjacke, hautenge Lederhose, hochgeschlossene Schaftstiefel.
Sex-Präferenz: SM, Fistfuck, Natursekt, Fesseln und Peitschen.

Party-Schwestern
Wer sie sind: Energiebündel der tanzenden Art; jung, hemmungslos und zu jeder Schandtat bereit.
Accessoires: Piercing, knappes Leibchen und trainierte Körper.
Sex-Präferenz: queerbeet von hart bis zart, falls es die Zeit zuläßt.

Drag Queens
Wer sie sind: Stimmungskanonen in Fummel und Tippelschuhen à la RuPaul.
Accessoires: falsche Wimpern, Plateauschuhe oder High Heels, Kopfputz,
Glitzerfummel - je schriller, je lieber.
Sex-Präferenz: Rannehmen ... und "kreisch!"

Politschwestern
Wer sie sind: Idealisten mit politischen Ambitionen; etwas lahmarschig, ohne Party-Allüren.
Accessoires: Brille, Schlabberjeans.
Sex-Präferenz: langes Vorspiel, Licht aus und no toys!

Sugar Daddies
Wer sie sind: Väterliche "Freunde" zahlen die Zeche und die Streicheleinheiten.
Accessoires: Bierbauch, Portemonnaie, Haustürschlüssel.
Sex-Präferenz: Umpf! Blasen, bis die Schwarte kracht.




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Bisexualität

Die genauere Anzahl von Männern, die während ihrer heterosexuellen Beziehung homosexuelle Affären unterhalten, ist nicht bekannt. Aber Experten nehmen an, daß Bisexualität ein viel häufigeres Phänomen ist, als die meisten Leute glauben. Männer mit bisexuellen Neigungen gehen häufig sowohl mit Frauen als auch mit Männern Beziehungen ein. Viele von ihnen wollen heiraten, um eine Famile und Kinder zu haben, versuchen aber, ihre homosexuellen Beziehungen heimlich weiterzuführen. Einige heiraten, um ihre Homosexualität zu verstecken, weil sie eine Laufbahn einschlagen wollen, die einen eher konventionellen Lebensstil verlangt. Andere Männer leben in tiefen Konflikten. Sie haben vielleicht homosexuelle Fantasien, lassen sich aber nur auf heterosexuelle Beziehungen ein, bis sie eines Tages von einem Mann verführt werden, oder beschließen, ihre geheimen Neigungen auszuleben.

Eine ganz andere Kategorie umfaßt Männer, deren grundlegende Orientierung heterosexuell ist, die aber zu bestimmten Krisenzeiten in ihrem Leben homosexuelle Affären haben. Häufig sind diese Krisen mit dem Beruf verknüpft. Ein Mann, dessen Geschäft ein Mißerfolg ist, einer, der das Gefühl hat, in seinem Job nicht genügend zu leisten, oder jemand, dem gekündigt wurde, alle können sie sich schwach oder unmännlich fühlen. Es ist dann ein symbolischer Akt, wenn er sexuell einem anderen Mann nachstellt. Es ist letztlich der Versuch, in den Besitz des Penis dieses anderen Mannes zu kommen und sich so wieder ein Gefühl von Männlichkeit zu verschaffen. Eine derartige Affäre hat kompensatorischen Charakter. Als die Aktien im Oktober 1987 ins Bodenlose fielen, gab es an der Wall Street eine wahre Flut von homosexuellen Affären.

- aus: Carol Botwin: Männer, die nicht treu sein können -

Spiegel: (Was Sie sagen), klingt wie ein Plädoyer für Bisexualität. Joop: Ja. Unsere Erziehung bewirkt doch, daß wir immer nur den Rivalen im eigenen Geschlecht sehen. Wir sind so manipuliert worden, den anderen notfalls totzuschlagen. Deswegen haßte das Militär den Homosexuellen und den Bisexuellen. Der könnte ja plötzlich sagen: Der Feind hat aber hübsches Haar, hübsche Schultern, den schieß’ ich nicht tot, sondern den möchte ich mal tief in die Augen sehen.

Spiegel: Sie gehen offenbar davon aus, daß jeder Mensch bisexuell veranlagt ist. Joop: Sie etwa nicht?

- aus einem "Spiegel"-Interview mit Modemacher Wolfgang Joop -




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Ein bißchen bi schadet nie.

- alte Binsenweisheit -




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Outing

eine Auswahl homosexueller bzw. bisexueller Berühmtheiten

Alexander VI. (Papst), Alexander der Große (König von Macedonien), Marc Almond (Popsänger, Soft Cell, "Tainted love"), Hans Christian Andersen (däni- scher Dichter "Die kleine Meerjungfrau"), Aristoteles (Philosoph), Howard Ashman (Komponist "Little Shop of Horrors", "Beauty & the Beast"), Dirk Bach (Schauspieler "Lukas"), Volker Beck (Politiker, MdB), William Beckford (Schriftsteller "Vathek"), Andy Bell (Popsänger, erasure, "Sometimes", "Blue Savannah"), Helmut Berger (Schauspieler "Das Bildnis des Dorian Gray", "Ludwig II."), Leonard Bernstein (Dirigent, Komponist "West Side Story"), Alfred Biolek (Talkshowmoderator), Alessandro Botticelli (italienischer Maler), David Bowie (Popsänger "Space oddtiy", "Let’s dance"), Boy George (Popsänger, Culture Club, "Do you really want to hurt me"), Benjamin Britten (Komponist "Peter Grimes"), Truman Capote (Schriftsteller "Frühstück bei Tiffany", "Kaltblütig"), Cäsar (römischer Kaiser), Catull (Dichter), Richard Chamberlain (Schauspieler "Die Dornenvögel"), Otis Charles (Bischof der Episkopalkirche, Utah), Montgomery Clift (Schauspieler "Red river", "Verdammt in alle Ewigkeit"), Dame Edna (Talkshowmoderator(in)), David (König von Israel), James Dean (Schauspieler "Jenseits von Eden"), Marlene Dietrich (Schauspielerin "Der blaue Engel"), Divine (Travestie-Künstler, "Hairspray"), Eduard II. (englischer König), Melissa Etheridge (Popmusikerin "Bring me some water"), Rainer Werner Fassbinder, Harvey Fierstein (Autor und Schauspieler "Das Kuckucksei"), Tom of Finland (finnischer Zeichner), E.M. Forster (Schriftsteller "Maurice"), Stephen Fry (Schauspieler "Oscar Wilde"), David Geffen (Medien- Tykoon, Dreamworks), Greta Garbo (Schauspielerin Anna Karenina"), Jean-Paul Gaultier (Modeschöpfer), Jean Genet (Schriftssteller "Querelle"), Nicolai W. Gogol (Schriftsteller und Theaterautor "Die toten Seelen"), Gordy (Travestie- Star), Gustaf Gründgens (Schauspieler "Faust", "M"), Fritz Haarmann (Massenmörder), Keith Haring (Pop-Art-Maler), Heinrich III. (französischer König), Hans Werner Henze (Komponist "Elegie für junge Liebende"), J. Edgar Hoover (FBI- Chef), Rock Hudson (Schauspieler "Ein Pyjama für zwei"), Alexander von Humboldt (Naturforscher), Elton John (Popsänger "Your song", "Crocodile Rock"), Holly Johnson (Popsänger, Frankie goes to Hollywood, "Relax"), Wolfgang Joop (Modeschöpfer), Julius II. (Papst), Julius III. (Papst), Hape Kerkeling (Komiker "Kein Pardon"), Udo Kier (Schauspieler "Andy Warhols Dracula", "My private Idaho"), Ralf König (Comic-Zeichner "Der bewegte Mann", "Bullenklöten"), K.D. Lang (Popmusikerin "Don’t smoke in bed"), Leo X. (Papst), Limahl (Pop-sänger, Kajagoogoo, "Too shy"), Chris Lowe (Popmusiker, Pet Shop Boys, "It’s a sin", "Se a vida é"), Ludwig II. (Bayern-König), Barry Manilow (Popsänger "Mandy", "Copacabana"), Klaus Mann (Schriftsteller "Mephisto"), Thomas Mann (Schriftsteller "Tod in Venedig"), Christopher Marlowe (Theaterautor "Doktor Faustus"), Mary (Travestie-Star), Ian McKellen (Schauspieler "Richard III"), Freddy Mercury (Popstar, Queen, "Bohemian Rhapsody", "I want to break free"), Hubert von Meyerinck (Schauspieler, "Das Spukschloss im Spessart"), Buonarroti Michelangelo (italienischer Maler, Bildhauer, Architekt), Harvey Milk (US-Politiker, Bezirksbürgermeister von San Francisco), Martina Navratilova (Tennisspielerin), Nero (römischer Kaiser), Rudolf Nurejew (Tanzgott), Paul II. (Papst), Hermes Phettberg (Fernsehmoderator "Nette Leit Show"), Edith Piaf (Chansonette "La vie en rose", "Non, je ne regrette rien"), Platon (Schriftsteller "Die Apologie des Sokrates"), Plinius (Rhetoriker), Rosa von Praunheim (Schwulen-Outer, Filmemacher "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt"), Kurt Raab (Schauspieler "Bremer Freiheit"), Rio Reiser (Popsänger "König von Deutschland"), Arthur Rimbaud (Dichter), Tom Robinson (Popmusiker "Glad to be gay"), Ernst Röhm (SA-Führer), Roy (Las Vegas-Star), Paul Rudnick (Theater- u. Drehbuchautor "Jeffrey", "In & out"), Marquis de Sade (Schrifsteller "Justine"), George Sand (Schriftstellerin "Léila"), Dieter Schidor (Schauspieler "Querelle", "Anna"), Walter Sedlmayer (Schauspieler "Bremer Freiheit"), William Shakespeare (Dichter, Theaterautor "Romeo & Julia", "Was ihr wollt"), Siegfried (Las Vegas-Star), Hella von Sinnen (Komikerin "Alles - nichts - oder?"), Sokrates (Philosoph), Jimmy Somerville (Popsänger, Bronski Beat/Communards, "Smalltown boy"), Gertrude Stein (Schriftstellerin "Die Autobiographie von Alice B. Toklas - Von Gertrude Stein"), Peter Iljitsch Tschaikowski (Komponist "Pique Dame", "Schwanensee", "Nußknacker"), Neil Tennant (Popsänger, Pet Shop Boys, "West End Girls", "Heart"), Tiberius (römischer Kaiser), Georg Uecker (Schauspieler "Lindenstraße"), Rudolph Valentino (Schauspieler "Die vier Reiter der Apokalypse), Werner Veigel (Tagesschau-Sprecher), Village People (Popband "Y.M.C.A.", In the navy"), Leonardo da Vinci (italienischer Maler und Wissenschaftler), Luchino Visconti (Filmemacher "Tod in Venedig", "Der Leopard"), Lilo Wanders (TV-Moderator(in) "Wa(h)re Liebe"), Oscar Wilde (Schriftsteller "Das Bildnis des Dorian Gray", "Bunbury"), Thornton Wilder (Schriftsteller "Unsere kleine Stadt"), Tennessee Williams (Theaterautor "Endstation Sehnsucht"), Ludwig Wittgenstein (Philosoph), Pu Yi (Kaiser von China)


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Düfte

Was Schwule gerne schnüffeln / aus: Männer aktuell

1. Cool Water (Davidoff)
2. CK One (Calvin Klein)
3. Hugo (Hugo Boss)
4. Heaven (Parfums Chopard)
5. Joop Nightflight (Joop!)
6. L’eau de Issey (Issey Miake)
7. Fahrenheit (Christian Dior)
8. Minotaure (Paloma Picasso)
9. Roma Uomo (Laura Biagiotti)
10. Sculpture (Nikos)




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Literarisches

Zwei Lieben lenken mich zu Glück und Leid,
vollführen geisterhaften Zeitvertreib;
ein Jüngling steht im Licht; zum Widerstreit
mit ihm ein böser Geist ein dunkles Weib.

Um sicher in die Hölle mich zu bringen,
lockt sie den lichten Geist mir von der Stelle,
versuchend ihn, satanisch u durchdringen,
und leitet so den Heiligen zur Hölle.

Ob ganz mein Engel mir schon kam abhanden,
kann ich nicht wissen, doch ich mag’s vermuten;
die beide, mir entfernt, einander fanden,
so scheint’s, er brenne schon in Höllengluten.

Gewißheit aber wird, wenn ohne Zweifel
mein Teufel meinen Engel jagt zum Teufel.

-William Shakespeare-




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Furchtbar! Wie das bedrückt! Wie diese Qual mich krank und Elend macht! Seit zwei Monaten schon liebe ich ihn - wie im Fieber! Richtig schön ist er nicht - dafür umgibt Anmut und Grazie seine ganze Person. Ach und so süß lächelt sein Wangenpaar! Es gibt Tage, da drückt mich diese Pein, dann wieder läßt sie nach. Gestern huschte sein Blick, so im Vorbei, schräg zu mir her, ganz kurz: Ins Gesicht mir zu sehen, wagte er nicht, doch er errötete. Und das griff mir ans Herz, mehr als zuvor faßte die Liebe mich.

- Theokrit-


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Es ist die Stunde der schlimmen Jungen,
die Stunde der schlimmen Straßenjungen.
Zwei große Augen der Dunkelheit in der Nacht
wären für mich so süß, so süß.
Gefangener der traurigen Zeiten
bin ich allein, ein schönes Verbrechen ihm
dort unten, dort unten am Horizont
irgendeine Schlange erstarrt vor Nicht-Lieben.

-René Crevel-


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Ich werd’s von hinten, werd’s von oben euch besorgen,
Lustmolch Furius und du Aurelius, Tunte!
Falls aus meinen frivolen Versen ihr im Ernst den Schluß zogt,
ich wäre ohne Anstand:
Sittlich muß nicht des Dichters Wesen selbst sein,
seine Dichtung hat’s überhaupt nicht nötig!
Geistreich sind meine Verse erst zu nennen,
wenn sie frech sind und sich nicht zieren,
wenn sie zu erregen verstehen,
und zwar nicht so sehr gelenkige Burschen als gerade bärtige Greise,
die kaum ein Glied noch rühren können.
Ich, weil von tausend Küssen ich geschrieben, erscheine euch nicht männlich?
Ich werd’s von hinten, werd’s von oben euch besorgen!

-Catull-


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Wenn dein Page die Getränke ausschenkt,
Und man ein Auge auf seine Schönheit wirft,
Gerätst du sogleich in düstere Stimmung
Und schaust uns zweifelnd an.
Haben wir ein Verbrechen begangen,
Daß du uns so behandelst?
Verbietet uns etwa die Natur,
einen schönen Jüngling zu betrachten?
Sei doch in Zukunft etwas weiser,
Und wenn du nicht ertragen kannst,
Daß man beim Wein Deinen Pagen bemerkt,
Dann lade zum Essen die Blinden Dir ein.

-Saint-Pavin-


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Verachtung in euren Augen, als ich mich umdrehe, ihn zu küssen.
Geschlagen liege ich am Boden, ihr leugnet all meine Gefühle,
Blut tropft von euren Fäusten.
Warum, sag mir, warum?

Ihr mit eurer falschen Sturheit zerstört mein Leben,
nennt mich krank, nennt mich sündig.
Nie werde ich mich schuldig fühlen, nie werde ich aufgeben!
Warum, sag mir, warum?

Du und ich zusammen, laß’ uns für unsere Liebe kämpfen!

-Bronski Beat-


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Männer...

Hysterie ist die organische Krisis der organischen Verlogenheit des Weibes. Ich leugne nicht, daß es auch, wenngleich relativ nur recht selten, hysterische Männer gibt: denn eine unter den unendlich vielen Möglichkeiten, die psychisch im Manne liegen, ist es, zum Weibe, und damit, gegebenenfalls, auch hysterisch zu werden.

-Otto Weininger-


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Männer...

...nehm’n in den Arm; geben Geborgenheit
...weinen heimlich; brauchen viel Zärtlichkeit
...sind so verletzlich; sind auf dieser Welt einfach unersetzlich
...kaufen Frau’n; stehn ständig unter Strom
...weinen heimlich; lügen am Telefon
...sind allzeit bereit; bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit
...haben Muskeln; sind furchtbar stark
...können alles; kriegen’n Herzinfarkt
...sind einsame Streiter; müssen durch jede Wand, müssen immer weiter
...führen Kriege; sind schon als Baby blau
...rauchen Pfeife; sind furchtbar schlau
...bau’n Raketen; machen alles ganz genau
...kriegen keine Kinder; kriegen dünnes Haar
...sind auch Menschen; sind etwas sonderbar...

- Herbert Grönemeyer -


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Für die größte Gruppe unter den Frauen - wenn auch nicht die Mehrheit (29 Prozent) - gehört zu echter Männlichkeit "eine starke Persönlichkeit, die Fähigkeit, den Belastungen des Lebens standzuhalten, ohne zu klagen." Seine Stärke kennzeichnet also den echten Mann - nicht körperliche Stärke, sondern Willens- und Charakterstärke, die Fähigkeit, mit den Dingen fertigzuwerden. Die Frauen der zweitgrößten Gruppe (24 Prozent) sagten, zum "echten" Mann gehören Beziehungen zu einer Frau. Und 19 Prozent betrachten Vitalität und Lebenshunger als männliche Eigenschaften.

Nur 9 Prozent dieser Frauen nannten körperliche Merkmale - "gutes Gesicht, gute Figur, Körperkraft" - als Zeichen der Männlichkeit. 10 Prozent meinten, Männlichkeit könne man am Verhältnis eines Mannes zu Kindern erkennen; und 9 Prozent finden eine ichbezogene Haltung typisch männlich. "Daß einer ein Mann ist, merkt man daran, daß er immer nur an sich denkt, daß ihm seine Gesundheit, sein Aussehen, seine Gefühle am wichtigsten sind. Richtige Männer sind Egoisten."

- aus Julius Fast: Typisch Frau! Typisch Mann! -


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...und Frauen

Nun, so ein besonderes Vergnügen ist die Enthaltsamkeit vom Weibe auch nicht, das muß ich schon sagen.

-Karl Kraus-


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Weibsbilder...

...lachen laut, wenn sich sonst keiner traut
...können weinen, auch wenn sie es nicht so meinen
...sind energisch, Weibsbilder sind allergisch
...haben Launen, über die sie selber staunen
...sind kokett, finden schwule Männer nett
...können lügen, daß sich alle Balken biegen
...sind gefährlich, Weibsbilder sind zu ehrlich
...tippen, putzen auf dem Bahnhofsklo
...lächeln auf Plakaten, kochen Kaffee im Büro
...kriegen Kinder, knoten ihrem Mann den Binder
...backen gerne, glauben an die Macht der Sterne
...flippen aus, heißen Püppi, Hasimaus
...intrigieren, lernen zeitig zu parieren
...reden viel, Weibsbilder sind subtil...

- Pe Werner -


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Einige Männer unter den Interviewten gaben schließlich zu, daß es die Beziehung zum Mann ist, die für sie eine Frau zur Frau macht. Sie wird dadurch zur Frau, daß sie "von Männern verehrt wird", daß "ein Mann mit ihr ins Bett geht", daß "der Mann sie sexuell erregt". Einige meinten, eine Frau sei dann eine Frau, wenn sie die dominierende Rolle spiele, wenn sie den Mann nach ihrem Willen lenke, ohne daß er es merke. Diese Männer betrachten die Frauen als Feind, als eine Bedrohung ihrer Männlichkeit - der klassische Fall von Kastrationsangst. "Mutterliebe plus Engstirnigkeit", "unberechenbar", "unlogisch", "von Gefühlen abhängig" hießen die Urteile. Weitere, wenig schmeichelhafte Bilder: "Sie sind dauernd mit ihren Kleidern, mit sich selbst, mit ihrem Aussehen und mit ihrer Wirkung auf die Männer beschäftigt. Sie sind in sich selbst verliebt, echt narzißtisch." Eine andere, gleichfalls große Gruppe, betrachtet die Frau vor allem als Sexualobjekt. "Eine Frau ist dann am meisten eine Frau, wenn ein Mann mit ihr ins Bett geht." - "Ich will Ihnen sagen, was einer Frau das Gefühl gibt, eine Frau zu sein: ein guter Schwanz! Das ist es, was sie braucht." Einige Männer urteilten milder. Sie meinten, die Frauen seien "gefühlsbetont". "Sie brauchen Liebe und Geborgenheit." - "Verständnis für andere", "sanftes Wesen", "Weichheit und Zärtlichkeit", "wechselnden Stimmungen unterworfen", diese Worte fielen oft.

- aus Julius Fast: Typisch Frau! Typisch Mann! -


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Strafrecht

a) Deutschland
"Des Todes sterben" sollten sie schon zu Zeiten des Alten Testaments; die Inquisition schickte sie als Ketzer auf den Scheiterhaufen; Lessings aufgeklärte Zeitgenossen steckten sie ins Irrenhaus und zu Kaisers Zeiten galten sie als Kriminelle. Der §175 begann 1871 mit seiner unheilvollen Laufbahn ("Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Thieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden."). Dennoch entwickelte sich in den folgenden Jahren eine homosexuelle Subkultur, in der Weimarer Republik gar eine Freizeitkultur.

Dann kamen die Nazis, die den §175 beibehielten und lediglich das Wort "widernatürlich" strichen. Damit war der Weg frei für willkürliche Auslegung. Schätzungsweise 50.000 Homosexuelle wurden von 1933 an abgeurteilt, rund 15.000 trugen im KZ den Rosa Winkel. Auch in der Häftlingshierarchie standen sie weit unten. Später wurde aus den Häftlingen zweiter Klasse Opfer zweiter Klasse, Entschädigungen standen ihnen nicht zu. Im Gegenteil: In der Bundesrepublik galt bis 1969 noch der §175 in seiner von den Nazis 1935 verschärften Form. Wurde in der Nachkriegszeit ein Homosexueller angeklagt, dann galt eine eventuelle Verurteilung während der braunen Diktatur als ausreichend, den neueren Fall als "strafverschärfende Wiederholungstat" einzustufen. Kommentar der Oberfinanzdirektion Köln aus dem Jahre 1992(!): "Der Paragraph 175 in der Fassung von 1935 gilt bei uns nach wie vor nicht als nationalsozialistisches Unrecht."

Bis 1969 dauerte die Angst vor Strafverfolgung, dann fiel endlich das Verbot homosexueller Handlungen unter Erwachsenen. 1994 löschte eine Strafrechtsreform die letzten Reste des "Schwulenparagraphen", der einen 18jährigen mit einer Gefängnis- oder Geldstrafe bedrohte, wenn er sich mit seinem 16jährigen Freund erwischen ließ. Seit 1987 können Homsexuelle, die in den Konzentrationslagern haben leiden müssen, Wiedergutmachung beantragen.

b)Ausland
Unter Strafe steht Verkehr zwischen Männern - in den meisten europäischen Ländern mittlerweile als Privatangelegenheit bewertet - nach wie vor in 21 US- Staaten sowie in Teilen Osteuropas, etwa in Weißrußland, Aserbaidschan oder Moldawien. Strafbar ist Homosexualität unter Männern auch in vielen Ländern Afrikas; meist drohen zwischen 3 und 5 Jahren Haft, in Uganda bis zu 14, im Irak bis zu 15 Jahren. In Indien und in Pakistan kann sogar "lebenslänglich" verhängt werden. Die Mullahs im Iran betrachten schwulen Sex als schwerste Sünde: Dort wie auch in Saudi-Arabien droht die Todesstrafe.




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Fernsehen

Zehn TV-Sendungen für das schwule Heim / von Matthias Frings

1. Golden Girls - Rollenvorbilder: So wollen wir mit 70 auch noch sein.
2. Pumuckl - Der erste und einzige wirklich lustige Pädo-Porno.
3. Nur die Liebe zählt - Kai Pflaume ist marsh mellow-süß und die Sendung das Abgewichsteste, was das deutsche Fernsehen zu bieten hat.
4. Mann-o-Mann - Schwule gewinnen immer.
5. Bay Watch - Die einzige Badehosen- Soap-Opera.
6. Boulevard Bio - Es ist einfach zu und zu hübsch, wenn Biolek voller Entzücken seine Ärmchen in die Luft wirft.
7. Melrose Place - Man muß ihn sehen, den Waschbrettbauch von Grant Show.
8. Dame Edna - Was soll man dazu noch sagen?
9. Kids In The Hall - Als wären Subkulturtunten unzensiert ins Fernsehen gekommen.
10. Drei Damen vom Grill - Wegen Currywurscht ohne Darm am Stand.




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Rosa Asterix?

Vor dem Hintergrund antiker Quellen, so die beiden Buchautoren (René van Royen und Sunnyva van der Vegt in ihrem Buch "Asterix - die ganze Wahrheit"), erscheine sogar das intime Verhältnis zwischen Asterix und Obelix in neuem Licht. Sind die ewig ledigen Kämpfer schwul, wie in der Fangemeinde immer wieder gemutmaßt wurde? Ein Zitat von Poseidonios gibt solchen Spekulationen neue Nahrung. Obgleich die Gallier "anziehende Frauen haben, bringen sie ihnen wenig Aufmerksamkeit entgegen", schreibt der Mann, der die ungestümen Gallier besucht hatte. "Aber sie geraten außer sich durch übermütige Begierde nach geschlechtlichen Verkehr mit Männern."




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Longseller

Die von Schwulen meistgekauften Bücher

1. Ralf König: Bullenklöten
2. Jean Genet: Querelle
3. Thomas Grossmann: Schwul - na und?
4. Gudmund Vindland: Der Irrläufer
5. Klaus Mann: Der fromme Tanz
6. James Baldwin: Giovannis Zimmer
7. Manuel Puig: Der Kuß der Spinnenfrau
8. Oscar Wilde: Teleny
9. David Leavitt: Die verlorene Sprache der Kräne
10. E.M. Forster: Maurice

Die Liste wurde zusammengestellt von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft "Die schwulen Buchläden".




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Fassbinder

Rainer Werner Fassbinder wurde am 31. Mai 1945 in Bad Wörrishofen geboren. Er erlangte nie einen schulischen Abschluß, nahm nur kurz Schauspielunterricht. 1965 drehte er seinen ersten Kurzfilm, 1967 stieß er zum Münchener Action-Theater, daß später unter seiner Leitung zum "antiteater" wurde. Er schrieb Stücke (u.a. "Bremer Freiheit"), führte Regie, spielte mit. Er begann, abendfüllende Spielfilme zu drehen. Bis zu seinem Tod wurden es 42 Stück. Schnell avancierte er zum führenden Vertreter des neuen deutschen Autorenfilms mit Werken wie "Fontane: Effi Briest", "Katzelmacher", "Querelle", "Lilli Marleen", "Angst essen Seele auf", "Die Ehe der Maria Braun" oder "Liebe ist kälter als der Tod".

Fassbinder war schwul und war sich dessen früh bewußt. Mit 15 ging er von München nach Köln und hurte durch Kölns Stricherlokale. In seiner Begleitung Udo Kier. Schon damals trug Fassbinder seine speckige Lederjacke und verbeulte Jeans. Dorthinein stopfte er sich ein paar Socken, um seine Männlichkeit größer, ja bedrohlicher wirken zu lassen. Im Münchener Action-Theater begegnete er dann Peer Raben. Der erinnert sich: "Rainer ging spätabends in all die umliegenden Bars und Kneipen, denen man homosexuellen Besucherstrom nachsagte und die ich alleine nie betreten hätte. Wir umarmten, küßten uns und knutschten zeitweise recht heftig miteinander."

Von 1970 bis 1972 durfte sich Ingrid Caven Frau Fassbinder nennen. Aus einer Cognaclaune heraus hatte er beschlossen, sie zu heiraten, vor allem, um ihre Widersacherinnen Hanna Schygulla und Irm Hermann zu ärgern. In der Hochzeitsnacht schlief Fassbinder mit seinem Trauzeugen, Günther Kaufmann. Mit seinem "James Dean der Schlachthöfe", Armin Meier, und Peer Raab jettete er in die USA. Sie durchschweiften die härtesten S/M-Bars ("Faustfick war Fassbinder und mir etwas Neues", so Raab), ergötzten sich an Leder- und Dildoorgien. Sexuell wurde Fistfucking sein Lieblingssport. Kurt Raab: "Du wirst mir zeigen, welche Perfektion du in dieser Sexualtechnik schon entwickelt hast, wie du es schaffst, mit einer schnellen Bewegung der sich leicht öffnenden Faust den Aftermuskel zu überlisten und mit einem Ruck in das Gedärm vorzudringen." Sexualität: seine Filme leben davon, auch wenn sie für ihn im Laufe der Zeit nur noch zur Nebensache wurde. Peter Chatel und Dieter Schidor berichteten, er habe sich "höchstens mal einen blasen lassen", vor anderen, um zu zeigen, daß er’s noch kann. Fassbinder wirkte müde, wurde lethargisch. Chatel: "Dadurch, daß er dauernd in so einem Rausch war von Valium und Mandrax und dann wieder Kokain und Alkohol, merkte er das natürlich nicht."

Hinter der Kamera war Fassbinder Perfektionist. Sein Leben dagegen verlief ungeregelt, ohne Drehbuch. Hier wurde nur improvisiert. Ein leiser, schleichender Selbstmord. Am 10. Juni 1982 verstarb Rainer Werner Fassbinder in seiner Münchner Wohnung, auf seiner Matratze, den verglühten Glimmstengel im Mund. Er war allein.




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Tropfen auf heiße Steine

"Tropfen auf heiße Steine" schrieb Fassbinder 1965/66 mit 20 Jahren. Es war wohl sein erstes Stück. Es wurde erst wenige Monate vor der Uraufführung (beim Münchener TheaterFestival am 27. Mai 1985) entdeckt.

In der Rolle des Franz ist einiges autobiographisches von Fassbinder zu finden. So ließen sich auch seine Eltern scheiden, als er sechs Jahre alt war. Seine Mutter heiratete wieder. Fassbinder verstand sich mit seinem Stiefvater nicht und betrat die Wohnung seiner Mutter nur in dessen Abwesenheit. Außerdem wollte auch er Schauspieler werden. Fassbinders Persönlichkeit ist dennoch eher in der Rolle des Leopold zu finden. Er war immer in der beherrschenden Position, ob beim Filmemachen oder in seinen Beziehungen. So lernte er zum Beispiel in einer Pariser Sauna El Hedi Ben Mohammed Salem kennen und schleppte ihn nach München. Er ließ dessen Söhne nach München einfliegen. Salem mußte sich für Fassbinder von seiner Frau trennen. Bald wurde Fassbinder Salem überdrüssig. Die Söhne durften ihm schon kurze Zeit später nicht mehr unter die Augen treten. Fassbinder ließ sich verleugnen, wenn Salem ihn sehen wollte, hatte keine Minute Zeit mehr für ihn. Salem ertrank sich in Alkohol und Drogen. In Paris starb er 1982. Er hatte sich im Gefängnis erhängt. Fassbinders späte, stille Referenz: er ließ dem Film "Querelle" eine bündige Widmung für "meinen Freund Salem" voranstellen. Ereignisse, die Fassbinder nicht ahnen konnte, als er "Tropfen auf heiße Steine" schrieb.




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Banalide

O du Eichel! du höchste der Gaben meines Knaben,
meines angebeteten Herrn!
Wie doch spüret in Lust und in Bangen dein Verlangen,
deinen Druck mein Arschloch so gern!

Wenn dein Stamm an mir bohrt, wenn er klemmend, und sich stemmend,
und gebläht vor Begeisterung
für die Taten voll Ruhm, die ihm winken, meine Schinken
sich erobert in feurigem Schwung.

Der du bist meinen Därmen ein Speiser, reicher Geiser,
dessen Schaum auch mein Schlund schon geschleckt,
du mir köstlichstes aller Gerichte! sieh! ich dichte
ohne Scham, wie dein Labsal mir schmeckt!

Komm du süße! komm dehne und spreize deine Reize,
die wie Samt sind purpurn und blaß -
die im Spiel meiner Hand sich bekleiden mit Geschmeiden
von Opalen und milchigem Glas.

Nur zu sanften, zu spielenden Händeln, nur zum Tändeln,
ruf’ ich heute, o Eichel! dich an -
aber halt! - o ich Schlappschwanz! du hebst dich, du belebst dich -
also gut dann! zur Sache! Voran!

Denn dein Wunsch! - meinem Loch, meinem Munde jeder Stunde
unumgängliche Norm ist nur er;
sie sind andachtsvoll Deiner - du weißt es - voll des Geistes,
den du heischest, allmächtiger Herr!

Wenn gelabt dann und voll deiner Güte mein Gemüte,
kehre still in die Vorhaut du ein:
Wie ein Gott sich verhüllt in der Wolke - ich folge
dein Vasall und gegenwärtig dein.

Paul Verlaine, 1841-1896


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Quellen

Jürgen Baumann: Paragraph 175. Über die Möglichkeit, die einfache, nichtjugendgefährdende und nichtöffentliche Homosexualität unter Erwachsenen straffrei zu lassen. Luchterhand, Berlin 1968 - Carol Botwin: Männer, die nicht treu sein können. Hoffmann und Campe, Hamburg 1989 - Sebastian Castro: Das schwule Lexikon. Eichborn, Frankfurt/Main 1995 - Der Spiegel, Nr. 5/29.1.96 - Der Spiegel, Nr. 11/9.3.98 - Evangelische Kirche Deutschland (Hg.): Die Bibel. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1985 - Rainer Werner Fassbinder: Sämtliche Stücke. Verlag d. Autoren, Frankfurt/Main 1991 - Julius Fast: Typisch Frau! Typisch Mann! Rowohlt, Hamburg 1973 - Gotthard Feustel: Die andere Liebe. Eine illustrierte Geschichte der Homosexualität. Edition Leipzig, Leipzig 1995 - Maxie Freimann: Über den physiologischen Stumpfsinn des Mannes. Matthes & Seitz, München 1978 - Hermann J. Huber: Leben Lieben Legenden. Die 60 schillerndsten Kultstars der Schwulen. Fotokunstverlag, Berlin/Frankfurt 1989 - Elmar Kraushaar: Schwule Listen. Namen, Daten und Geschichten. Rohwohlt, Hamburg 1994 - Männer aktuell, Nr. 4, April 1996 - Andreas Frank Orlik: Die Strafbarkeit homosexueller Handlungen. Universität Würzburg, Würzburg 1994 - Wolfgang Popp: Männerliebe. Homosexualität und Literatur. Metzler, Stuttgart 1992 - Herbert Spaich: Rainer Werner Fassbinder, Leben und Werk. Beltz, Weinheim 1992 - Spiegel Special, Nr. 8/1996


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