"König Ubu"


Farce von Alfred Jarry

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Texte zum Stück




Alfred Jarry

Geboren wurde der Autor des „ubu roi" am 8. September 1875 in Laval (Bretagne). Aufgewachsen in relativ wohlhabenden Verhältnissen, begann er nach der Schule zu schreiben. Es entstanden eine Menge Werke, die allerdings allesamt keine Beachtung fanden. 1896 zum Sekretär am Theatre de l'Oeuvre ernannt, war er eher im Bereich der Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Dennoch wurde am 10. Dezember des selben Jahres auch sein heute bekanntestes Werk, König Ubu, uraufgeführt, mit dem ein kleiner Theaterskandal hervorgerufen wurde. Nach Ubus Ausruf „Merdre" (ins Deutsche mit Schoiße übersetzt) brach ein Tumult aus, der zur Unterbrechung der Vorstellung führte. Entsprechende Kritiken blieben nicht aus, Anerkennung für seine Werke, die als maßgebliche Mitbegründung des absurden Theaters zu sehen sind, erhielt er nie. Aufgrund der Abneigung oder Nichtbeachtung, wandelte sich Jarry in seinem Verhalten mehr und mehr weg vom Gutbürgerlichen, hin zum Ubu. Am 1. November 1907 starb der Autor in Paris, seine Werke aber wurden nach dem 2. Weltkrieg wiederentdeckt und kommen seitdem weltweit zur Aufführung.

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Jarry zu Ubu

Herr Ubu ist ein gemeiner Mensch, daher gleicht er uns allen. Er ermordet den König von Polen (das trifft einen Tyrannen; der Mord hat den Anschein eines Aktes der Gerechtigkeit und erscheint manchen als gerechtfertigt); als König massakriert er erst den Adel, dann die Staatsbeamten, dann die Bauern. Nun hat er alle getötet, auf diese Weise gewiss auch ein paar unschuldige ausgemerzt und steht jetzt als ein ganz normaler, moralischer Mensch da. Schließlich führt er, ganz wie ein Anarchist, seine Urteile selber aus, zerreißt Leute, weil es ihm Spaß macht, und bittet die russischen Soldaten, tunlichst nicht auf ihn zu schießen, weil ihm das keinen Spaß macht. Er hat etwas von einem verzogenen Kind, und niemand widerspricht ihm, bis er sich mit dem Zaren anlegt, der verkörpert, was wir alle achten. Der Zar sorgt für Gerechtigkeit, vertreibt ihn von dem Thron, den er missbraucht hat, setzt Bougrelas wieder ein (hat es sich nun gelohnt?) und verjagt Herrn Ubu aus Polen samt den drei Elementen seiner Macht, die vereint sind in den Worten „Potz Wampenhorn" (,bei der Macht der niederen Gelüste').

Auszug aus Jarrys Beitrag zum Programmheft der Urauführung (in sich gekürzt)

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