"Flying Feathers" von Derek Benfield

Hannes Horneber und Gizla Karaali


Besetzung

Inhalt

Texte zum Stück

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Proben

Aufführungen

Backstage






Besetzung



Derek Benfield

Flying Feathers

 

Nora Winthrop

Gina Karaali

Polly

Kilu von Prince/Anne Wittmann

Debbie

Rilana Hofmann/Ramona Petrov

Jackie

Lisa Fischer/Kerstin Kroner

Sally

Ramona Petrov/Kathrin Skiba

Sarah Potterton

Britta Claus

Henry Potterton

Hannes Horneber

Roger Featherstone

Sven Ruppert

Mr. Tunnicliffe

Timo Knauer

Fensterputzer

Julian Lang




Premiere am 21.06.2000,

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Henry! Was ist hier los?

Sarah PottertonHenry, von Beruf Inspektor, gefolgt von seiner Schwester Sarah, betritt das Landhaus seines verstorbenen Bruders Bernard, um dort seinen Urlaub vom Polizeidienst zu verbringen. Aber weder Henry noch Sarah haben damit gerechnet, von leicht bekleideten Mädchen und einer ziemlich unwirschen Mrs. Nora Winthrop, ihres Zeichens Hausverwalterin, empfangen zu werden. Und so gibt es statt Tee erst mal reichlich Sherry und Whiskey.

Als sich noch Roger Featherstone, ein als Pfarrer verkleideter Kunde des Etablissements, und der Anwalt Mr. Tunnicliffe, der auf einem gemieteten Pferd angeritten kommt, dazugesellen, ist das Chaos perfekt und die Nerven von Mrs. Winthrop liegen blank. Gilt es doch auch noch, die bereits in freudiger Erwartung vorliegenden Kunden erst mal sachgerecht zu entsorgen, bzw. los zu werden.

Inzwischen widmen sich die Angestellten des "Hauses der Sünde" der ungewohnt harten Landarbeit während Nora mit Hilfe von (Pfarrer) Featherstone versucht, das Schlimmste zu verhindern, doch die allgemeine Verwirrung scheint sich zu verschlimmern, als Sarah auch noch eine Erscheinung der besonderen Art vor sich zu haben glaubt ...



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Texte zum Stück


"Pomp and Circumstance"

Die heimliche Nationalhymne der Briten

Die "Pomp and Circumstance" Märsche von Edvard Elgar entstanden über einen langen Zeitraum hinweg zwischen 1901 und 1930. Ihnen allen ist gemeinsam, dass der Anfangsteil nach einem Trio-Abschnitt wiederholt wird.

Der erste Marsch ist vermutlich am berühmtesten, und zwar nicht zuletzt deswegen, weil er traditionell bei der feierlichen "Last Night of the Proms" am Ende der Londoner Promenadenkonzertsaison erklingt. Der mit den Worten "Land of Hope and Glory" (Land der Hoffnung und des Ruhms) beginnenden Text, der häufig der Trio-Melodie dieses Marsches unterlegt wird, wurde auf Wunsch des Komponisten von Arthur Benson verfaßt. Von dem für Elgar typisch virtuosen Einsatz einer ganzen Palette orchestraler Klangfarben, den Richard Strauß so bewunderte, legen die Märsche ein beredtes Zeugnis ab.

(Frederik Stocken)



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"Ein Haus der Sünde!"

Henry Potterton



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Bordell

Haus im Dienste der Prostitution. Hier stehen Dirnen bereit, die auch im Bordell wohnen, und es werden Zimmer zu Geschlechtsakten vermietet. Meist gibt es einen "Salon", in dem die Kunden unter den Prostituierten wählen können oder in denen auch erotische Vorführungen stattfinden. Der Name wird einem italienischen Wort für "Haus" abgeleitet, aber auch als Bezeichnung dafür gedeutet, daß sich die Bordelle meist "am Rande" der Stadt befanden. Noch immer ist gelegentlich die Bezeichnung "Lupanar" aus dem alten Rom gebräuchlich. Namentlich in England spricht man oft von einem "Bagnio", nach dem italienischen Wort für Bad...
Eine Art Vorläufer des Bordells gab es bei manchen Naturvölkern. In einer Hütte am Rande der Siedlung war eine Sklavin untergebracht, die von mehreren Männern gekauft worden war, um ihnen gegen kleine Geschenke sexuell zu Diensten zu sein.

In vielen früheren Kulturen, bis in die Antike hinein, stand die Prostitution in enger Beziehung zu religiösen Kulten. Der Tempelprostitution stellte erstmals der athenische Staatsmann Solon um 600 vor Christus ein öffentliches Bordell entgegen. Seitdem haben Duldung und Verfolgung ständig gewechselt.Im Mittelalter standen die Bordelle unter Aufsicht der Städte. Ihr Betrieb war streng geregelt. Pächter war oft der Scharfrichter, dessen eigentliches Amt als genauso "unehrlich" galt wie die Prostitution.

Einen wesentlichen Rückgang erlitt das Bordellwesen im 15. Jahrhundert, als die Syphilis ihre erste schauerliche Ernte hielt. Aber bald erwies sich, dass der Ausfall der Bordelle nur die unkontrollierte Prostitution förderte und so der Geschlechtskrankheit erst recht Vorschob geleistet wurde.

Im 18. Und 19. Jahrhundert entwickelten sich ausgesprochen luxuriöse Bordelle. Oft dienten sie ganz speziellen Bedürfnissen im Sinne der Perversion. Die Leitung hatte meist eine "Bordell-Madame" inne, oft eine ehemalige Prostituierte mit ausgeprägtem Geschäfts- und Organisationstalent, die aber selber ihren Kunden keine Dienste mehr leistete. Die Prostituierten waren ihre Angestellten, gerieten oft durch Schulden in die völlige Abhängigkeit und konnten sich deshalb aus der Prostitution nicht mehr befreien.

Hier setzte die frühe Frauenbewegung mit ihrem Kampf gegen die Bordelle ein. Sie verlangten die "Abolition", die Befreiung der Prostituierten aus der "Schuldsklaverei".

Und wieder wurde die gesundheitliche Überwachung der frei tätigen Prostituierten schwierig und so ist man immer wieder auf bordellähnliche Einrichtungen zurück gekommen. Im "Dirnen-wohnheim" oder Eros-Center von heute sind die Prostituierten nur Mieterinnen der Zimmer, in denen sie selbständig ihr Gewerbe ausüben...
Guy de Maupassant stellte sein "Maison Tellier" als einen vertrauten Ort, die Beziehung der Madame zu ihren Mädchen fast als mütterlich dar.In der Pionierzeit des "Wilden Westens" wurde es geradezu zum Clublokal. Polly Adler , die Madame eines New Yorker Bordells zur Prohibitionszeit, war die Vertraute von Politikern, die bei ihr "Entspannung" suchten, und von Gangstern.

In den Bordellen New Yorks und Chicagos erwarben große Jazz-Musiker wie Louis Armstrong ihren ersten Ruhm.

Polly Adler erzählt in ihren Erinnerungen "A House is not a Home" auch von Jünglingen aus gutem Haus, die von ihren eigens instruierten Dirnen in die Liebe eingeführt wurden...
Andere Kunden des Bordells kamen und kommen, weil ihr Beruf sie ständig auf Reisen hält oder weil sie äußerlich oder durch innere Hemmungen unfähig sind, anderswo Partnerinnen zu finden. Der ... verkrüppelte Maler Toulouse-Lautrec verbrachte einen Teil seines Lebens als Dauergast im Bordell...

Es gab auch Bordelle für lesbische Frauen und Männerbordelle für eine homosexuelle Kundschaft. Das Männerbordell für Kundinnen ist eher eine Wunschvorstellung...

Bordelle befinden sich vor allen in Großstädten, hier oft in besonderen Vierteln, in Hafenstädten, Badeorten und Garnisonen.Während des Krieges etablierte man in der Etappe Saldatenbordelle mit einer oft schlimmen Massenabfertigung...
Der Ferne Osten kennt die chinesischen Blumenboote, die japanischen Teehäuser und das Yoshiwara, das riesenhafte Dirnenviertel von Tokio. Das Bordell ist auch Thema der bildenden Kunst und Literatur, des Films und selbst des Theaters geworden. In der Operette "Gräfin Dubarry" von Millöcker-Mackeben spielt der erste Akt in dem Etablissement, in dem die spätere Maitresse Ludwig XV ihre Karriere begann...



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"In dem Bordell, wo unser Haushalt war"

Berthold Brecht läßt einen Teil seiner Dreigroschenoper in einem Bordell spielen und auch der Geheimrat aus Weimar hat seins beizusteuern.



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Zuhälterballade (Auschnitt)

Macheath und die Hure Jenny gedenken in einem Lied gemeinsam verbrachter schöner Stunden.

Mac:

In einer Zeit, die längst vergangen ist
Lebten wir schon zusammen, sie und ich.
Und zwar von meinem Kopf und ihrem Bauch.
ich schützte sie und sie ernährte mich.
Es geht auch anders, doch so geht es auch.
Und wenn ein Freier kam, kroch ich aus unserm Bett
Und drückte mich zu 'n Kirsch und war sehr nett
Und wenn er blechte, sprach ich zu ihm: Herr
Wenn Sie mal wieder wollen - bitte sehr.
So hielten wir's ein volles halbes Jahr
In dem Bordell, wo unser Haushalt war.


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Der gar nicht so arme BB
Der war anders als ihr.
Was der tat, tat er ganz:
Hat gefickt mit dem Hirn
Und gedacht mit dem Schwanz.

Robert Gernhardt


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Was Spielunke sei verlangt ihr zu wissen?

Da wird ja fast zum Lexikon dies epigrammatische Buch

. Dunkele Häuser sind's in engen Gässchen;

Zum Kaffee führt dich die Schöne, und sie zeigt sich geschäftig, nicht du.


Johann Wolfgang von Goethe


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Wir bedanken uns bei allen Förderern, die den Jugendclub bei dieser Produktion unterstützt haben. Im Besonderen:
Schubertsche Buchhandlung (Birgit Schubert), Claudia Ros, der Schatulle (Marlies Gstädtner - für Kathrins BH).

Quellenangaben und Bildnachweise: (sofern nicht direkt angegeben)
"Pomp and Circumstance" Text: Essential Classics von Sony
"Könige und Königinnen" aus "London" (Club-Reiseführer)
Reise - und Verkehrsverlag, München
"In dem Bordell, wo unser Haushalt war"
Text: Berthold Brecht/Kurt Weil "Dreigroschenoper", Foto von Lotte Lenya aus "Die Seeräuber-Jenny" von Donald Spoto
"Ein Haus der Sünde" aus Ludwig Knoll "Kulturgeschichte der Erotik" Lizenzausgabe VS Verlagshaus Stuttgart Beate Uhse international
Grafiken: "Madame stellt vor" Aquarell von August Spencer (1930),
"Warten auf Besucher" - Postkarte (um 1910),
"Kontakthof" von R.L. Delechamps (Paris 1921)





Redaktion: Timo Knauer





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