Fortsetzung "Männer und Frauen"

Engel sind die besseren Freunde - Beziehungen

Einen Nothelfer und Freund an der Seite haben, das ist ein großes Bedürfnis. Der Engel als Retter aus brenzligen Situationen. Das machen auch Filme wie "Engel über Berlin" oder das Remake davon "Stadt der Engel" deutlich. In "Stadt der Engel" scheint die junge Ärztin Maggie alles im Griff zu haben. Beim Tod eines Herzpatienten lernt sie allerdings die Grenzen ihrer Macht und ihres Einflusses kennen. Sie ist verzweifelt, allein und hilflos. In dieser Situation tritt der Engel Seth aus der anderen Welt in ihr Leben, der ihr beisteht, der immer bei ihr ist, sie besser versteht als ihr Liebhaber - und sich schließlich selbst in sie verliebt.Der Wunsch nach Nähe in einer anonymen Welt, der Wunsch ein Gegenüber zu finden in der kalten Wirklichkeit - diesem Bedürfnis kommen Engel entgegen. Der Theologe Michael Plathow schreibt dazu: "Die Begegnung mit Engeln entsprechen den Sehnsüchten nach Bewahrung, Beheimatung, offenem Himmel, nach Transzendenzerleben. Engel entsprechen dem Suchen nach Sinn, Ganzheit und Mitte. Im "Verlust der Mitte", dem Ausschauen nach Schutz und Behütung, nach Heil und Heilung." Ein Engel, der Wärme und Geborgenheit schenkt, kommt uns mitte-losen Menschen gerade recht. Ohne kirchliche Zwischeninstanzen und Dienstwege kommt er persönlich zu dir und mir und teilt sich mit. Eine gute Macht, die Trost spendet, die in Todesgefahr auftaucht, vermittelt gerade an der Schwelle des 3. Jahrtausends das Gefühl von Halt und Sicherheit. Es scheint, daß die frohe Botschaft der Engel mit Klingeling die Angst vor der Zukunft übertönen sollen, statt aus ihr herauszuretten. "Von guten Mächten wunderbar geborgen" dichtete Bonhoeffer im Dritten Reich im Blick auf die Zukunft. Er wußte aber noch mehr zu sagen: "Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag.




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Gefallene Engel

Jesaja 14.11-1.15

Deine Pracht ist herunter zu den Toten gefahren samt dem Klang deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer deine Decke. Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: "Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzten auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten". Ja, hinunter zu den Toten fuhrest Du, zur tiefsten Grube!

Den meisten ist dies als Fall Lucifers bekannt, der ja angeblich so wie Gott werden wollte und danach in die Hölle fuhr um dort zu herrschen. Doch geht es hier gar nicht um einen gefallenen Engel, sondern um den Herrscher von Babel !! Jesaja beschreibt hier "Gottes Gericht über Babel", Kapitel 13 sowie das "Triumphlied über den Sturz des Weltherrscher", Kapitel 14. Es gibt hier also keinen Zusammenhang zwischen dem Fall Lucifers und dem hier beschrieben Sturz Babels ! Jesaja nennt hier auch des öfteren den Namen Zebaoth als Namen des Herrn. Dieser Name scheint sonst nirgends in der Bibel als Name Gottes auf. Ist hier von einem anderen als Gott die Rede, vielleicht von einem Erzengel der im Auftrag von Gott einen aufsässigen Herrscher tötet ? Nun, der Fall Lucifers wird zumindest von der Kirche als seine eigene Schuld beschrieben. So erklärte das Dogam Conc. Lateranense IV, 1215(oec. XII), cap I De fide catholica, denz. 428:

"Der Teufel und die anderen Dämonen sind von Gott der Natur nach gut erschaffen, aber durch sich selbst böse geworden."

Das beweist gleichzeitig, daß Engel wie Menschen einen freien Willen haben müssen. Interessant wäre nun zu wissen, wer den überhaupt das Böse definiert hat. Wenn im Himmel alles so gut und schön wäre, wie kann dann Lucifer überhaupt böse werden? Welchen Grund sollte ein oberster Engel im göttlichen Reich haben, etwas anderes zu wollen als Gott ? Ist im Himmelreich gar etwas nicht in Ordnung? Oder wurde hier vielleicht Ungehorsam gegenüber Gott als böse definiert? Würde das nicht unsere eigenes Bild von Gut und Böse ins Wanken bringen? Gut wäre demnach nicht was gut ist, sondern was Gott will. Das würde wiederum bedeuteten, daß wir unsere (mit einigen Ausnahmen) absolute Skala von Gut und Böse in eine relativ Skala umwandeln müßten, deren Nullpunkt Gottes Wille darstellt. Was er will ist gut, was er nicht will ist böse. Von diesem Standpunkt aus gesehen wäre es also notwendig, Lucifer nicht an dieser relativen, sondern an einer absoluten Skala zu messen. Vielleicht würden wir dann eine große Überraschung erleben. Wenn man bedenkt wie viele Menschen (und Tiere) Gott schon auf seinem Gewissen hat (Kain und Abel, die Sintflut, Sodom & Gomorrah, Babel) und was uns noch bevorsteht (das jüngste Gericht), dann erscheint Lucifer wie ein Waisenknabe.



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Die gefallenen Engel 2

"Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann." So mahnt der 1. Petrusbrief (5,8). Hier ist ganz selbstverständlich vom Teufel als dem Widersacher die Rede. Davon hört man heutzutage wenig. Baudelaire sagte einmal, die größte List des Satans sei es, die Menschen glauben zu machen, es gebe ihn gar nicht. Der Teufel, unser Widersacher, bleibt gern anonym, unerkannt. Er wirkt am liebsten durch das nicht Faßbare, nicht Greifbare: die "Atmosphäre", den Zeitgeist, das Gerücht, die Masse. Er ist der anonyme, antlitzlose Geist des Bösen.

Christus aber hat den Bösen unmißverständlich beim Namen genannt:

"Hebe dich hinweg, Satan!" (Hypage, Satana!)

- Dies war der erste Exorzismus der Geschichte (Mt 4,10). Christus sagt auch klar, was das Wesen des Satans ist: Er ist "der Vater der Lüge" (Joh 8,44) und der "Menschenmörder von Anbeginn" (ibid.). Er ist auch der "Fürst dieser Welt" (Joh 12,31). Der 1. Johannesbrief (3,8) sagt, "der Sohn Gottes sei erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören". Hier wird also die ganze Sendung Christi als Kampf gegen den Fürsten dieser Welt verstanden (äußeres Zeichen für diesen Kampf sind die zahlreichen Dämonenaustreibungen). Satan und die Dämonen sind gefallene Engel. So das klare Zeugnis der Schrift:
"Und die Engel, die ihre Herrscherwürde nicht bewahrten, sondern ihre Wohnstätte preisgaben, hält er für das Gericht des großen Tages mit ewigen Banden in der Finsternis verwahrt." (Jud 6) Eine Vision vom Engelssturz ist uns in der Apokalypse gegeben:
"Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, und sie siegten nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen."(Offb 12,7-8)

Warum der Satan und seine Anhänger ihren Platz im Himmel preisgaben und von Gott abfielen, ist rätselhaft. Der hl. Thomas meint:
"Durch die Betrachtung der eigenen Schönheit ist der Engel in die Sünde gestürzt." (2 d I,3) "Die erste Sünde der Engel kann nichts anderes sein denn Hochmut; aber danach konnte in ihnen auch Neid sein" (ST I, 63,2)

Mit anderen Worten: Der Satan, der gewiß zu den hohen Hierarchien gehört hatte, war sich zu gut, um zu dienen, vgl. Jer 2,20: "Ich will nicht dienen". - Vielleicht wollte er selbst wie Gott sein (derselbe Wunsch, mit dem er später Adam und Eva lockte: "Ihr werdet sein wie Gott..."). Vielleicht aber wollte er auch nur nicht dem Menschen dienen? Die Engel waren ja, wie bereits gesehen, dazu bestimmt, dienende Geister zu sein für diejenigen, die das Heil erben sollen. Vielleicht war sich der Satan, dieser hohe Geist, zu gut dafür - er will herrschen, nicht dienen. Auch Christus, dem Gottmenschen, wollte er nicht dienen. Er wollte vielmehr das Umgekehrte:
"Das alles, alle Reiche dieser Welt, will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest." (Mt 4,9)

Vieles spricht dafür, daß sich der Haß der gefallenen Engel nicht nur gegen Gott richtet - denn vor seiner Majestät müssen sie erzittern! ("Du glaubst an Gott? Das glauben auch die Dämonenn und sie zittern dabei." Jak 2,19) -, sondern auch und gerade gegen Jesus Christus, den Menschensohn und gegen das ganze Menschengeschlecht. Vielleicht ist dieser Haß deshalb besonders groß, weil die Menschen dazu berufen sind, die Plätze im Himmel einzunehmen, die die gefallenen Engel verloren haben.[...] In welcher Weise wirken nun Satan und die Dämonen? - Sie versuchen, den ganzen Erdkreis "zum Abfall von Gott zu verführen" (Offb 12,9), sei es durch Lügen (Satan ist der "Versucher"), oder durch Nachstellungen (man denke an Hiob!); sie versuchen, den Menschen und die Würde des Menschen zu zerstören ("Menschenmörder", Ignatius von Loyola nennt den Satan den "Feind der menschlichen Natur"). Wo immer der Mensch und die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird, triumphiert das Böse. Die diabolische Gesellschaft ist die vollkommen entmenschlichte Gesellschaft, die dabei noch die Maske des Humanismus trägt.



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Ein Drittel aller Engel sind gefallene Engel.
Ihre Zahl wurde im 15. Jahrhundert auf 1333,306,668 geschätzt.

Liste der Namen einiger gefallener Engel:

Abbadona, Adramelec, Agreas, Amiziras, Amy, Arakiel, Araziel, Ariel, Arioc, Armaros, Armen, Arakiba, Asbeel, Asmoday, Asmodeus, Astaroth, Astoreth, Atarculph, Auza, Azaradel, Azazel, Azza, Azzael, Balam, Baraqel, Barbatos, Barbiel, Batarjal, Beelzebub, Beliar, Busasejal, Byleth, Balberith, Caim, Carnivean, Carreau, Dagon, Danjal, Ezekeel, Flauros, Gaapates, Gadreel, Gressil, Hakael, Hananel, Harut, Iblis, Ielahiah, Inuvart, Jeqon, Jetrel, Kasdeja, Kawkabel, Leviathan, Lucifer, Mammon, Marchosias, Marut, Mephistopheles, Meresin, Moloc(h), Mulciber, Murmur, Nelchael, Nilaihah, Oeillet, Ouzza, Paimon, Penemue, Procell, Pursan, Raum, Rimmon, Rosier, Rumael, Sammael, Samsaweel, Sariel, Satan ,Selaiah, Semyaza, Senciner, Shamshiel, Simapesiel, Sonneillon, Tabaet, Thammuz, Tumael, Turael, Turel, Urakaabarameel, Usiel, Verrier, Vual, Yomyael, Zavebe.

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Allegorie

griech.: bildlicher Ausdruck, zu allegorein: = anders, bildlich reden

Bevor es die Allegorie als Mittel der literarischen Rhetorik gab, entstand ihr Pendant "die Allegorese" als hermeneutische Methode. Man verteidigte die "skandalösen homerischen Göttergeschichten", indem man darauf verwies, daß die Texte etwas anderes meinen, als sie im eigentlichen Wortsinn ausdrücken. Die Texte sind also eine Allegorie, ihre Bedeutung offenbaren sie erst auf einer zweiten, hinter dem direkten Wortsinn liegenden Ebene. Diese zweite Ebene steht jedoch zur ersten Ebene in einem Ähnlichkeitsverhältnis. Auch die Bibel-Allegorese arbeitet nach diesem Prinzip, wenn z. B. die Liebesdichtung des Hohen Liedes aus dem Alten Testament von Geistlichen umgedeutet wird.

Die Allegorie ist also eine bildliche Darstellung eines Gedankens bzw. eines Begriffs. Sie wird oft vom Symbol (Goethe) dadurch abgegrenzt, daß sie im Gegensatz dazu nicht nur das "bedeutet", was sie darstellt, sondern es geradezu "ist". Dies wird besonders offensichtlich, wenn die Allegorie als Personifikation auftritt: Liebe als Amor, Justitia, Frau Welt etc.

Charakteristische allegorische Gattungsformen sind das Sprichwort ("Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht"), Satire und Parodie (z. B. Orwells "Animal Farm"), die Fabel sowie das biblische Gleichnis (z. B. Gleichnis vom Sämann, Markus 4, 3-8). Aber auch in der Dramatik können allegorische Strukturen sichtbar werden, z. B. in Brechts Drama "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" als Allegorie auf die bürgerliche Gesellschaft. Selbst Science Fiction und Western sind literarische Formen mit allegorischer Qualität. Das Leben auf einem fernen Planeten, in einer fernen Zeit oder im "Wilden Westen" kann zum Sinnbild bestehender oder vergangener gesellschaftlicher Verhältnisse werden.



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Der dorische Eckkonflikt

Die strengen Regeln, die beim Bau eines dorischen Tempels beachtet werden mußten und noch aus Zeiten stammten, als Tempel noch aus Holz gebaut wurden, wurden dieser Ordnung zum Verhängnis. Drei dieser Regeln wirkten sich besonders schwerwiegend aus:

1. Eine Triglyphe muß sich jeweils über einer Säulenachse bzw. über einem Intercolumnium befinden
2. Die Ecktriglyphen müssen Kontakt haben
3. Die Triglyphe muß sich genau in der Mitte von Säule bzw. Intercolumnium befinden

Anfangs stellten diese Anforderungen kein Problem für die Architekten dar. Da jedoch später größere Tempel gebaut wurden, und somit aus Stabilitätsgründen ein breiterer Architrav benötigt wurde, war es unmöglich, die Triglyphen so lang wie den Architrav breit zu halten. Plazierte man nun die Triglyphe -gemäß Regel 3- direkt über der Säulenachse, wäre Regel 2 nicht erfüllt; es würde sich eine einspringende Ecke bilden.

Regel 2 wurde jedoch immer befolgt. Die archaische Lösung zu diesem Problem liegt in der Verbreiterung der der Ecktriglyphe folgenden Metope und damit einer Verschiebung der Triglyphe nach außen um (A = Breite des Architravs, T = Länge der Triglyphe) . Bei klassischen Tempeln findet man häufig eine Eckkontraktion vor; d.h. das letzte Intercolumnium wird verkleinert (z.B. 'Herkules-Tempel' in Agrigentum). Auch eine doppelte Eck-kontraktion ist belegt (z.B. Concordiatempel in Agrigentum), bisweilen wurden beide Hilfsmittel kombiniert (z.B. Poseidontempel in Paestum oder am Heraeum v. Olympia).

Für Robertson ist klar, daß der dorische Eckkonflikt für den Untergang dieser Ordnung verantwortlich war. Jedenfalls ist zu beobachten, daß die dorische Architektur seit dem Prinzipat quasi aufhört zu existieren, sei es aus Desinteresse an dorischer Architektur oder Verzweiflung an dem angesprochenen Problem.


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